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Landwirtschaft
Organisation: Grundlagen – „Bio-Landbau“

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Definition Bio-Landbau“: Der Begriff „Biologischer Landbau“ bezeichnet keine einheitliche Anbaurichtung, sondern umfasst alle Landbauformen, welche den chemisch-technischen Fortschritt in der Landwirtschaft ganz oder weitgehend ablehnen. Er versteht sich als eine möglichst naturnahe Form der Landwirtschaft (Diercks 1983). Verwendete Synonyme sind Ökologischer Landbau“ (Deutschland und Österreich) und Organischer Landbau (angelsächsischer Sprachraum) (Lampkin 1990). (1)

Im Herbst 1991 wurde begonnen, den ökologischen Landbau in der Europäischen Union gesetzlich zu regeln. Es wurden die Voraussetzungen definiert, unter denen Landwirte, Abpackbetriebe oder Verarbeitungsunternehmen landwirtschaftliche Erzeugnisse bzw. Lebensmittel mit Hinweisen auf den ökologischen Landbau kennzeichnen dürfen. Ziel ist es, die Verbraucher vor Irreführung zu schützen, Wettbewerbsnachteile für Bio-Produzenten zu vermeiden und damit den Öko-Markt zu unterstützen. Die EU-Öko-Verordnung (Verordnung (EWG) Nr. 2092/91) regelt, wie Bio-Produkte gekennzeichnet werden dürfen und welche Richtlinien im Pflanzenbau (seit Herbst 1991), in der Tierhaltung (seit Sommer 1999) und der Verarbeitung von Öko-Produkten eingehalten werden müssen. Bio-Hinweise dürfen erst dann angebracht werden, wenn die gesamte Herstellung kontrolliert wurde. (2)

Weltweit gelten die Empfehlungen der International Federation of Organic Agriculture Movements (IFOAM 1995).

Aus landwirtschaftlicher Sicht unterscheidet sich der Bio-Landbau von der konventionellen/integrierten Landwirtschaft hauptsächlich in anbautechnischer und ökonomischer Hinsicht. So verzichten die Biolandwirte weitestgehend auf den Einsatz von chemisch synthetischen Hilfsstoffen wie Dünge- und Pflanzenschutzmittel. Dafür gewinnen natürliche Regelungsmöglichkeiten (Fruchtfolge, Zwischenfrucht- und Leguminosenanbau, Untersaaten, Nützlingsförderung, Arten- und Sortenwahl, angepasste Bodenbearbeitung und Schonung des Bodenlebens) an Bedeutung. Der etwaige Mehraufwand und/oder Mindererträge werden durch höhere Preise und auch durch Direktzahlungen kompensiert. Aus ökologischer Sicht ist der Bio-Landbau durch eine geringere Umweltbelastung und einer stärkeren Arbeit mit den natürlichen Gegebenheiten als die konventionelle Landwirtschaft charakterisiert.

Definition Integrierte Produktion“: In der integrierten Produktion (IP) dürfen viele chemische Hilfsstoffe eingesetzt werden, jedoch nur mit Einschränkungen (z. B Pflanzenschutzmittel nur bei Überschreiten der wirtschaftlichen Schadenschwelle durch einen Schadorganismus, Düngemittel gemäß Bodenproben und Bedarfszahlen). (1)

Als „Integrierter Landbau wird ein landwirtschaftliches Konzept verstanden, das zwar den ökonomischen Erfolg zum Ziel hat, dabei jedoch ökologische Aspekte stärker als in der Vergangenheit beachtet. Biologische, technische und chemische Maßnahmen werden so aufeinander abgestimmt, um die Kulturpflanzen gesund zu erhalten, die natürlichen Ressourcen langfristig zu schonen und so ertragreiche Ernten von hoher Qualität zu ermöglichen. Der Integrierte Landbau versteht sich selbst als Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung. Allgemeine, verbindliche Vorschriften für den Integrierten Pflanzenschutz gibt es nicht. Es soll für jeden Einzelfall eine optimale Kombination von Maßnahmen angewandt werden. (3)

Definition Konventionelle Landwirtschaft: In der konventionellen Landwirtschaft dürfen sämtliche chemischen Hilfsstoffe im Rahmen der gesetzlichen Auflagen eingesetzt werden. Ihr Einsatz erfolgt oft präventiv und weitgehend unabhängig vom aktuellen Gefahrenpotenzial. (1)

Quellen:
(1) FIBL/Bats Schweiz – http://www.bats.ch/data/german/k10a22.htm
(2) Fachinformationssystem NRW – http://nrw.oekolandbau.de/tour/steuerung.phtml?themenid=212
(3) TransGen – http://www.transgen.de/?link=/Lexikon/integrierter.html

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>> b3) Entwicklung des Öko-Landbaus >> b8) Statistik, EU, ökol. bewirtschaftete Flächen
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aktualisiert: 08.08.2003 11:58
W. Janka
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