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Landwirtschaft
Organisation: Grundlagen – „Bio-Landbau“

Geschichte des Bio-Landbaus

Der biologisch-dynamische Landbau ist der älteste Zweig des Bio-Landbaus. Er gründet auf den Lehren Rudolf Steiners (Kirchmann 1994). Heute wird der naturwissenschaftlich begründete (so genannte „organisch-biologische“) Landbau von wesentlich mehr Biobauern praktiziert. Der organisch-biologische Bio-Landbau wurde nicht von Wissenschaftlern entwickelt, sondern entstand durch den selbstständigen Entschluss von praktizierenden Bauern, auf den Einsatz chemischer Hilfsstoffe weitgehend zu verzichten. Für diesen Entschluss waren oft ethische Überlegungen oder persönliche Erlebnisse ausschlaggebend (Fischer 1982, Lampkin 1990). Auch heute noch ist die Umstellung eines landwirtschaftlichen Betriebes auf Bio-Landbau keine rein produktionstechnische Angelegenheit, sondern ein großer persönlicher Schritt, welcher häufig auch finanzielle Zugeständnisse erfordert (Freyer 1994 b). Deshalb sind auch heute noch im Bio-Landbau ethische Argumente gegenüber naturwissenschaftlichen mindestens gleichberechtigt (Fischer 1982). An oberster Stelle steht im Bio-Landbau das Gebot, möglichst naturnah zu produzieren. Die Gentechnik als künstlicher Eingriff in die natürlichen Vorgänge der Vererbung und Vermehrung widerspricht diesem Gebot offensichtlich. Dieser Meinung ist auch das Europäische Parlament (Schmidt und Haccius 1992/94). Biobauern messen traditionell nicht nur den Eigenschaften eines Endproduktes große Bedeutung bei, sondern auch der Art und Weise, wie es entstanden ist. Aus diesem Denken heraus erlangt bei der Beurteilung einer neuen Sorte die Art der Züchtung (gentechnisch oder nicht?) eine eigenständige Bedeutung neben den Anbaueigenschaften.

Quelle: FIBL/Bats Schweiz    http://www.bats.ch

Biologisch-dynamische Landwirtschaft (Demeter)

  • Begründet 1924 von Rudolf Steiner (1861 – 1925).
  • Natur- und Menschenkenntnis (Anthroposophie) sind Grundlagen seiner Vorträge zum Thema „Geisteswissenschaftliche Grundlagen zum Gedeihen der Landwirtschaft“.
  • Seine Forschungsergebnisse beruhen auf geisteswissenschaftlichen Erkenntnissen, nicht allein auf denen der Naturwissenschaft.
  • Betrachtete den landwirtschaftlichen Betrieb als eine lebendige Individualität bzw. eine Art Organismus, der auch nicht-materiellen Einwirkungen unterliegt (z. B. von den biologisch-dynamischen Präparaten).

Organisch-biologischer Landbau (Bioland)

  • In der Schweiz von Hans Müller (1891 – 1988) und seiner Frau Maria (1894 – 1969) entwickelt.
  • Sie setzten sich für den Fortbestand einer bäuerlichen Landwirtschaft mit der biologisch-dynamischen Wirtschaftsweise ein.
  • Sie entwickelten in den fünfziger Jahren den organisch-biologischen Landbau (besonders die Entwicklung des biologischen Hausgartens).
  • Theoretische Grundlagen lieferte der deutsche Arzt und Mikrobiologe Hans Peter Rusch (1906 – 1977).
  • In seinem Buch „Bodenfruchtbarkeit“ beschreibt er die Rolle der Bodenmikrobiologie für die Bodenfruchtbarkeit.

 

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aktualisiert: 08.08.2003 11:58
W. Janka
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