CO2-Kreislauf
Öko-Landbau
Berufsschule
Landwirtschaft
Kreislaufsysteme in der Natur

Der Kohlendioxid-(CO2)-Kreislauf

Didaktischer Hinweis

CO2-Bindung nur gegeben, wenn nachhaltig gewirtschaftet wird (humusanreichernde Fruchtfolge)

ZR bindet bei 600 dt/ha ca. 26.000 kg CO2, Wald bindet bei 50 dt/Zuwachs ca. 7.000 kg CO2. Daraus wird häufig hergeleitet, die ZR wäre die klimaschonendste Kultur oder allgemein, Kulturen mit hohen Erträgen wären klimaschonender als extensive Anbauverfahren.

Solange die erzeugten Produkte im gleichen Zeitraum erzeugt und verstoffwechselt werden, gibt es keinen Unterschied hinsichtlich Klimaeffekt. Ein Ökosystem, das unproduktiv ist (Naturschutzgebiet), hat hinsichtlich CO2 die gleiche Wirkung. In der Wachstumszeit der Pflanzen wird zwar Biomasse aufgebaut, in der vegetationslosen Zeit, wenn das pflanzliche Material wieder verrottet, kehrt sich der Vorgang allerdings unmittelbar um. Ein Ökosystem, das produktiv ist (LN), hat in der Wachstumszeit der Pflanzen eine deutlich stärkere N-Bindung. Allerdings wird in beiden Fällen das erzeugte Erntegut/die Pflanzenmasse im etwa gleichen Zeitraum wieder als Nahrung verstoffwechselt. Für die Rotte wie für die Ernährung von Mensch und Tier wird dann in gleichem Umfang bekanntlich Sauerstoff benötigt und Kohlendioxid geliefert wie vorher verbraucht. Verloren geht lediglich die im Prozess verbrauchte (Sonnen-) Energie.
Ein positiver Effekt tritt dagegen dann auf, wenn es zu keinem vollständigen Abbau der organischen Substanz kommt, etwa bei einer Anreicherung von Humus im Boden.

Hier liegt der eigentliche klimawirksame Unterschied der Anbausysteme: In reinen Getreide- oder Getreide-/Hackfrucht-Fruchtfolgen tritt tendenziell eher ein Abbau an organischer Substanz im Boden auf. Bei Fruchtfolgen mit Kleegemengen, wie im ökologischen Landbau systembedingt auch bei reinen Ackerbaubetrieben erforderlich, wird als Nährstoffdepot zur Erhöhung der Feldkapazität usw. (Schlagwort: Bodenfruchtbarkeit) notwendigerweise eine Erhöhung des Humusgehaltes angestrebt, um nachhaltig nach diesen Kriterien wirtschaften zu können.

 

A 1 Grundlagen - d) CO2-Kreislauf
aktualisiert: 16.02.2004 22:46
H. Bartels – W. Janka
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