Artenschutz
Öko-Landbau
Berufsschule
Landwirtschaft
Gründe für den Artenschutz

Blütenbestäubung bei Kulturpflanzen

Eine der auffallendsten Erscheinungen im Zusammenhang mit Artenvielfalt ist die Bestäubung von Blüten durch Insekten. Über 90 % der weltweit bekannten 240.000 Blütenpflanzen hängen in ihrer Vermehrung von Tieren ab. Neben Insekten wie Honigbienen, Erdbienen, Hummeln oder Schmetterlingen erfüllen diese nutzbringende Bestäubung auch Schwebfliegen, Käferarten und sogar Vögel. Man schätzt, dass ca. ein Drittel unserer Nahrungsmittel von der Bestäubung der Pflanzen durch Tiere abhängt. Mit jeder wildlebenden Art, die auf unserer Erde ausstirbt, sinken damit das pflanzliche Nahrungsangebot für andere Arten und auch die Erntemengen der Kulturpflanzen. Den Wert dieser kostenlosen tierischen Dienstleistung für uns Menschen beziffert man mit mehreren Milliarden Euro.
Bereits seit Ende der achtziger Jahre werden künstlich massenvermehrte Hummeln zunehmend zur Bestäubung von gärtnerischen Kulturen eingesetzt (Re-natur GmbH, Ruhwinkel).

Symbiose

Neueste Untersuchungen (Integriertes Projekt (IP) Biodiversität des Schweizerischen Nationalfonds) [10] zeigen, dass es einen engen Zusammenhang zwischen der Artenvielfalt und der Anzahl und Art der Bodenpilze gibt. Die größte Biodiversität zeigten jeweils die Standorte, bei denen besonders viele unterirdische Symbiosepartner zu finden waren. Sehr niedrige Artenvielfalt fanden die Wissenschaftler an Kulturstandorten mit intensivem Mais-, Erbsen- und Weizenbestand. Häufige Bodenbearbeitung, intensive Düngung sowie synthetischer Pflanzenschutz dürften dafür die Hauptursache sein.

Dem Öko-Landbau mit seiner strukturerhaltenden Bodenbearbeitung (Mulsaat, Gründüngung) sowie der artenreichen Fruchtfolge kommt in diesem Zusammenhang eine besondere Bedeutung zu. Wie die Untersuchungen zeigen, können kurzfristige Stilllegungen das Artenspektrum nur erhöhen, wenn die "verloren gegangenen" Bodenpilze künstlich ergänzt werden.

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Übersichtsseite – Artenschutz
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Erhaltung der Funktion biologischer Systeme
3
Erzeugung von Nahrungsmitteln
4
Stabilität von Ökosystemen
5
Biologische Schädlingsbekämpfung
6
Blütenbestäubung bei Kulturpflanzen
7
Biologische Filter und Entgifter
8
Humuserzeugung in land- und forstwirtschaftlich genutzten Böden
9
Bioindikationspotential
10
Erhaltung der biochemischen Information
11
Erhaltung des evolutiven Anpassungspotentials
12
Züchtung neuer Sorten – Rassen und Resistenzzüchtung
13
Pharmakologie
14
Die Rede des Häuptlings Seattle
15
Literaturnachweis
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Linkliste zur Biodiversität

 

A 1 Grundlagen
- f) Artenschutz ::: Seite 7/16 :::
W. Janka
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