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Gründe für den Artenschutz
Pharmakologie

"Heil- und Medizinalpflanzen bilden in unseren Partnerländern und bei uns bereits seit über 3.000 Jahren eine der wichtigsten Grundlage von Arzneistoffen. Auch heute stellen sie nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation WHO zu ca. 70 % das Ausgangsmaterial für moderne pharmazeutische Produkte dar, auch wenn einige Wirkstoffe nunmehr durch Chemosynthese gewonnen werden. Weltweit werden mindestens 35.000 Pflanzenarten für medizinische Zwecke eingesetzt. So wird beispielsweise der Hauptbestandteil für das Schmerzmittel ASPIRIN – Acetylsalicylsäure – seit 150 Jahren aus der heimischen Weide gewonnen.

Die wichtigsten industriellen Arzneimittelprodukte beruhen heutzutage auf der Basis von nur rund 90 Pflanzenarten, die vielfach landwirtschaftlich angebaut werden. Traditionelle Kräuteranwendungen hingegen basieren vor allem in Entwicklungsländern auf einer Mischung verschiedener Pflanzenarten, die in der Regel aus Wildsammlungen stammen. So werden z.B. in Indonesien bis zu 70 % aller Krankheitsfälle mit Teemischungen, den sogenannten "jamu", behandelt, die Pflanzenextrakte aus bis zu 30 verschiedenen getrockneten Pflanzenarten beinhalten. In der traditionellen chinesischen Medizin sind heute über 6.000 verschiedene Arzneistoffe bekannt, die überwiegend aus Pflanzen gewonnen werden. Auch die in Indien praktizierte und in den Industrieländern immer populärer werdende Ayurveda-Medizin basiert auf überlieferten Kräuterrezepturen.

Insgesamt schätzt die WHO, dass weltweit vier von fünf Menschen in ihrer gesundheitlichen Versorgung auf traditionelle Medizin und damit auf die Nutzung von Pflanzen und Pflanzenextrakten angewiesen sind. Dies gilt insbesondere für die Armen, für die Naturheilmittel häufig die einzige Möglichkeit für die Behandlung von Krankheiten und Verletzungen sind: Traditionelle Arzneimittel sind deutlich billiger als moderne Medikamente und in der Regel auch in ländlichen und abgelegenen Gebieten der Entwicklungsländer verfügbar. [11]

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W. Janka
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