Teilchengröße (Spalte 1)
Mit Teilchengröße ist der ungefähre Durchmesser
der Bodenaggregate gemeint, die sich im momentanen Zustand im
Bodenprofil abzeichnen oder sich mit der Kralle leicht voneinander
lösen lassen. Diese sichtbaren Aggregatgrößen
sind natürlich abhängig von der Bodenart und der Feuchtigkeit,
aber es ist wichtig, den momentanen Zustand so zu erfassen, wie
er vorliegt.
Oft ist es nicht ganz einfach, sich für eine durchschnittliche
Größe der Bodenteilchen in einem Profilbereich zu
entscheiden. Vielleicht hilft es manchem, sich zu fragen, wie
viel Prozent der Teilchen z. B. kleiner als 1 cm, wie viel kleiner
als 4 cm sind usw., um dann aus diesen Anteilen einen Durchschnittswert
zu finden.
Im Endeffekt ist auch die exakte Zahl nicht entscheidend, sondern
die Unterschiede der Teilchengrößen in der Profiltiefe,
die dann als Diagramm die Bodenstruktur deutlich machen.
Verdichtung (Spalte 2)
Hier muss man sich in jedem Profilbereich für einen
Grad der Verdichtung entscheiden, von „locker“ bis „sehr
fest“. Auch das ist natürlich sehr abhängig von
der Bodenart und der Bodenfeuchte, aber man kann hier vor allem
aus der Form der Bodenaggregate sehr viele genaue Hinweise bekommen:
Ein Sandboden kann z. B. sehr verdichtet sein; das zeigt sich
nicht nur beim Einstechen des Spatens, sondern auch daran, dass
relativ große Bodenaggregate „zusammenhängen“ (also
keine Einzelkornstruktur vorliegt), die beim Auseinanderbrechen
sehr glatte Oberflächen und scharfe Kanten zeigen. Solche
Aufbruchlinien, in denen die Teilchen wieder spiegelbildlich
zueinander passen, weisen in allen Bodenarten auf hohe Verdichtung
hin. Abgerundete Kanten und Ecken der Bodenaggregate, viele Aus-
und Einbuchtungen dagegen weisen auf geringe Verdichtung und
gute Belebung hin (Krümelung!).
Horizonte (Spalte 3)
Horizonte erkennt man sehr schnell im Profil. Ihre Ausprägung
kann man anhand der unterschiedlichen Teilchengrößen,
Durchwurzelung oder Feuchtigkeit im Boden genauer bestimmen.
Durchwurzelung (Spalte 4)
Auch hier gibt es natürlich sehr viele Varianten von „keine“ bis „sehr
gut“, die natürlich auch bei allen Pflanzenarten unterschiedlich
ausgeprägt sind. Eine sehr gute Durchwurzelung mit Klee sieht
anders aus als eine sehr gute Durchwurzelung mit Getreide; diese
Unterschiede sieht man aber sehr schnell.
Wichtig ist auch hier vor allem der Unterschied in den einzelnen
Profiltiefen, der im Diagramm deutlich wird. Zu achten ist auch
auf Stellen (Horizonte, Verdichtungen!), wo Wurzeln abknicken und
waagerecht wachsen. Diese können mit Pfeilen gekennzeichnet
werden.
Feinwurzeln und Knöllchen (Spalte 5 und 6)
Das Vorhandensein und die Ausprägung von Feinwurzeln oder
Stickstoffknöllchen ist auch von Pflanze zu Pflanze unterschiedlich,
wird aber vorwiegend vom Bodenzustand (Bodenleben, Luft, Feuchtigkeit)
bestimmt und gibt damit einen deutlichen Hinweis auf die natürliche
Bodenfruchtbarkeit. Die Wurzeln sind dazu etwas genauer anzuschauen
(evtl. Vergrößerungsglas)
und sehr bald wird man ein Gefühl für die Bewertung bekommen.
Bodenfeuchte (Spalte 7)
Hierzu muss man den Boden zwischen die Finger nehmen und reiben,
um die Feuchtigkeit im jeweiligen Abschnitt zu bestimmen. Auch
hier wird man die Unterschiede zwischen den Bodenarten sehr schnell
kennenlernen und damit vor allem die Verteilung entlang der Profiltiefe
feststellen können. Hilfreich ist auch oft das Aufbrechen
einzelner Bodenaggregate, um zu untersuchen, ob die Feuchtigkeit
nur als Film in Bodenrissen vorhanden oder auch in die Bodenaggregate
eingedrungen ist.
Organische Rückstände (Spalte 8)
Die im Profil sichtbaren organischen Rückstände können
aus Grünmasse, Stoppelresten, Mist oder Gülle, teilweise
auch aus alten Wurzeln bestehen. Hier ist es wichtig festzustellen,
wo im Profil sich organische Substanz befindet und wie der Verrottungszustand
ist. Dieser ist zum einen mit den Fingern festzustellen (gut verrottet:
bröselig, wenig verrottet: zäh) und zum anderen mit der
Nase (faulig oder erdig).