Betriebswirtschaft
Umstellung - 2 -
Öko-Landbau
Berufsschule
Landwirtschaft

Betriebswirtschaftliche Folgen der Umstellung:

Ändert sich die Arbeitswirtschaft auf dem Betrieb?
  • Unabhängig von der Betriebsform nimmt auf jeden Fall die Vermarktung einen größeren Stellenwert ein.
  • Besondere Aufmerksamkeit ist dem Aufbau von neuen Vermarktungskontakten zu widmen. Je nach Vermarktungsform muss für Produktaufarbeitung und Verkauf z. T. wesentlich mehr Zeit aufgewendet werden.
  • Auch sind im voraus für Anbau, Tierhaltung etc. gründlichere Planungen wichtig – da Fehler nicht „weggespritzt“ werden können!
  • Nur geringe Änderungen sind häufig in der Milchviehhaltung nötig. Die Grundfutterversorgung erfordert evtl. mehr Flächen (Pacht, Arbeitszeit); die Eiweißversorgung über Leguminosen bedarf einer Änderung des Anbaus.
  • Besonders hoher Arbeitsaufwand entsteht bei der Umstellung von Gemüsekulturen, da hier für die Bekämpfung des Unkrauts häufig Handarbeit anfällt.

Welche zusätzlichen Kosten sind mit der Umstellung verbunden?

Im Bereich der pflanzlichen Erzeugung ist mit der Umstellung auf Öko-Landbau häufig die Einrichtung einer eigenen Lagerhaltung verbunden (Kartoffellager, Getreidelager, Kühllager für Obst und Gemüse). Weiterhin ist bei Marktfrüchten zu bedenken, dass ein kontinuierlicher Verkauf über das gesamte Jahr zu einer veränderten Liquidität und damit evtl. verbundenen Kapitalkosten führen kann. Beim Absatz der Feldfrüchte aus ökologischem Landbau kann der Betriebsleiter mehr gefordert sein als bei den konventionellen Absatzstrukturen. Auch hier können zusätzliche Kosten durch Mitgliedschaften in Erzeugerzusammenschlüssen oder ähnlichen Organisationen entstehen.

Bei viehhaltenden Betrieben entsprechen die vorhandenen Ställe häufig nicht den Richtlinien und müssen umgebaut werden. So ist die Haltung der Tiere in Vollspaltenbuchten nicht möglich. Maximal 50 Prozent der Stallfläche darf perforiert sein; die Liegeflächen müssen trocken eingestreut werden. Das bedeutet z. B., dass ein Boxenlaufstall mit Auslauf oder Sommerweidegang für Kühe in der Regel den Richtlinien entspricht, ein Jungviehstall mit Vollspalten dagegen nicht. Bei ganzjähriger Stallhaltung muss der Tierart jederzeit ein Auslauf zur Verfügung stehen, der nur begrenzt überdacht sein darf. Jedes Tier soll sich jederzeit den klimatischen Reizen aussetzten können.

Schweinestall mit Auslauf

Puten in Bodenhaltung

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Quelle:   Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen

D1 Umstellung
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aktualisiert: 08.08.2003 11:58
W. Janka
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